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Aus dem Leben eines Geocachers Drucken E-Mail
Geschrieben von Rene   
Sonntag, 14 Oktober 2007

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Ja - ich bin ein Geocacher geworden! Oder um es präziser auszudrücken - die ganze Familie tobt nunmehr durch Feld und Flur auf der Suche nach Tupperdosen oder ähnlichen kleinen "Schätzen". Es war noch nie so leicht, die Kinder an die frische Luft zu bekommen und mit Nachwuchscacher Eric (5 Jahre) haben wir immer eine richtige Cacher-Spürnase mit dabei. Er hatte schon oft die Dose in der Hand, während wir uns noch wundernd die Ohren kratzten. Zudem bekommt man Gegenden zu Gesicht, von deren Existenz man vorher überhaupt nichts wusste.

Hier kommt nun mal eine Beschreibung eines Cachernachmittages... 

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Wir leben hier in einer Gegend, in der eine recht aktive Cachergemeinde tätig ist und so nimmt die Zahl der attraktiven Caches eher zu als ab. Gerade rund um Viersen gibt es schöne "Schätze" zu suchen und das auch noch in einer tollen Gegend.

Das erste Ziel war ein Cache namens "Das fünfte Rad". Diesen Cache haben wir vor einigen Wochen schon einmal gesucht und leider nicht gefunden. Hier stehen fünf Windräder in der Gegend herum und die Aufgabe besteht darin, die Koordinaten eines jeden Rades zu erfassen. Zudem sind alle Windräder numeriert und das Rad mit der kleinsten Nummer muss identifizert werden. Dieses ist das fünfte Rad und wird aussortiert. Die verbleibenden vier Windräder bilden ein Viereck dessen Mittelpunkt die Lage des Cacheversteckes markiert. Die Koordinaten kann man mit Hilfe eines Excel-Tools ermitteln lassen, graphisch bestimmen oder einfach berechnen. Wir haben damals alle Wege probiert und uns an den immer gleichen Koordinaten dumm und dusslig gesucht. Also ging es an diesem Nachmittag noch einmal los. Schliesslich kann man so etwas nicht auf sich sitzen lassen.

Um ganz sicher zu gehen, bin ich alle Windräder noch einmal abgefahren, um die Koordinaten zu ermitteln. Dann wurde der Mittelpunkt des Vierecks noch einmal ermittelt. Und siehe da - ich stand schon wieder an der gleichen Stelle, wie vor ein paar Wochen. Das gibts doch gar nicht! Wo zum Henker ist die verdammte Büchse? Zum Glück hatte ich vorher noch einmal die Notizen derjenigen studiert, die den Cache vor mir gefunden haben. Demnach konnte der Cache eigentlich nur noch in einem bestimmten Bereich liegen. (Mehr wird hier nicht verraten!) Fix den Trekkingstock gezückt und nach weniger als fünf Minuten war das Versteck lokalisiert. Sehr schön gemachter Cache! Das war einer der besten, die wir bislang gefunden haben. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, ging es dann zum nächsten.

Gleich um die Ecke liegt eine kleine Cacheserie, die eine alte Raketenabwehrstellung aus dem kalten Krieg zum Thema hat. Zwei der Caches hatten wir bereits früher gefunden und der letzte wartete noch darauf, gehoben zu werden. Dieser sollte nun in der Nähe der Unterkünfte der damals hier stationierten Soldaten liegen. Die Kaserne steht noch und wird wohl noch von einem Hausmeister in Schuss gehalten. Bei meiner Ankunft erwies sich das Gelände als wahrscheinlich am besten gesichertes Ziegengehege in ganz Europa.  

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Das ist nun wirklich mal friedliche Nutzung von militärischen Altlasten. Vor Ort musste eine kleine Aufgabe erfüllt werden, um die Koordinaten des Caches ermitteln zu können. Dieses war aber schnell erledigt und so hatte ich die Dose bald in den Händen.

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Als nächstes stand eine weitere unerledigte Sache auf der Agenda - der vergessenen Weg. Eine Woche zuvor hatte ich mit Eric versucht, den Cache zu finden. Allerdings sind wir schon an der ersten Station gescheitert. Ein Holzkreuz von dem ich dachte, es würde weitere Anweisungen bereithalten war total nass und mit Entengrütze bedeckt, so dass ich dachte die Station wäre zerstört worden. Im Internet konnte man dann lesen, dass es anderen genauso ging - doch die haben den Cache trotzdem gefunden. Nun war ich neugierig.

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An der ersten Station habe ich gar nicht lange gesucht, sondern bin gleich weiter auf der Suche nach weiteren Hinweisen. Einige habe ich dann später auch gefunden, doch ohne Beschrebung hatte ich keinen Plan, was mir diese Hinweise hätten sagen sollen. Sicher, der "vergessene Weg" ging in eine bestimmte Richtung, doch links und rechts war zum Teil dichter Wald, wo man überall etwas verstecken konnte. Allmählich begann es zu dämmern. Wo soll ich jetzt noch suchen? Ein Blick auf die Cachebeschreibung verriet ein weiteres Detail, dem ich vorher nicht genug Beachtung geschenkt habe - die einfache Wegstrecke war dort angegeben. Hmm, wie weit bin ich jetzt eigentlich gelaufen? Keine Ahnung, aber wozu hat man geballte Technik mit. Ich bin dann noch mal zum Ausgangspunkt und habe die Tracking-Funktion im GPS aktiviert und bin die angegebene Wegstrecke gelaufen. Dort war leider auch nichts, was einem Cacheversteck ähnlich sein könnte. Und es wurde immer dunkler. Eine letzte Chance noch - wenn er hier nicht ist, fahre ich nach Hause. Einen kurzen Abstecher unternahm ich noch in den Wald. Hmm, wenn ich etwas verstecken wollte, würde ich es genau hier tun. Voila! Unter Rinde versteckt, lag eine der etwas grösseren Caches - eine Kiste von stattlichen Ausmassen.

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Im Nachhinein habe ich gelesen, dass die Station 1 wohl doch nicht zerstört, sondern nur sehr gut versteckt ist. Wir haben wohl alle nach dem Falschen gesucht. Ich glaube, ich muss da noch mal hin, denn das wurmt mich auch wieder. Und so ging ein typischer Cachernachmittag zu Ende, der am Abend durch die üblichen Rituale beendet wurde - die Funde im Internet loggen und nach Zecken schauen.

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