| Tirol im September 2006 |
| Geschrieben von Rene | |
| Mittwoch, 04 Oktober 2006 | |
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Jetzt haben wir den Salat. Da bemüht man sich, der Website eine klare Struktur zu verpassen und wenn man mal auf einer Reise interdisziplinär tätig wird, weiss man hinterher nicht, in welche Kategorie der Bericht kommt. Aber egal, hier also ein allgemeiner Bericht über unsere Tour nach Tirol im September 2006, bei der wir dann doch öfter den Neo am Leibe trugen als den Klettergurt, wodurch der Bericht nun wirklich zu den Paddeltouren gehört. ;-) Mit von der Partie waren Robert, Christian, Burkhart & Rene sowie Christine und Michael, die wir auf dem Campingplatz in Landeck kennengelernt haben. Während des langen Sommers kam die Idee auf, sich doch einmal nach einem Rettungskurs für Wildwasserpaddler umzuschauen. Gesagt, getan - nach einigem Recherchieren nahmen wir mit Neil von Swiftwaterrescue.at Kontakt auf. Wir buchten den Wildwater Rescue Technician Kurs für Ende September in Landeck.
Nach einem halben Tag Theorie ging es die verbleibenden anderthalb Tage raus ans Wasser und damit quasi zur Sache. Interessanterweise saßen wir am ersten Nachmittag nicht eine Minute im Boot und waren dennoch patschnaß. Der versierte Betrachter wird beim Anblick der Bilder bemerken, dass wir uns ganz untypisch ohne Boot schwimmend im Wasser bewegen und verschieden Schwimmstile und Rettungsmethoden per Wurfsack trainierten. Der Sonntag begann ganz entspannt am Zelt mit diversen Zauberein am Seil, die sich nachher als Knotenkunde entpuppte.
Dann durften wir auch endlich mal die Boote zu Wasser lassen und vermeintliche Bewusstlose bergen oder Paddlern ohne eigenes Gefährt eine Mitfahrt gewähren. Der Kurs war auf jeden Fall eine sinnvolle Investition und hat für jeden von uns neue Erkenntnisse gebracht. Nun geht es für uns auch darum, das Erlernte auch regelmässig zu trainieren. Mal schauen, was aus unseren Vorsätzen so wird.
Wer jetzt glaubt, wir hätten es nun kaum mehr abwarten können, uns auf den ersten Bach zu stürzen, der irrt gewaltig. Die Fraktion der Kletterer tat sich durch erfolgreiche Lobbyarbeit hervor, so dass am Montag der Tross sich erst einmal in Richtung Klettergarten "Affenhimmel" bewegte. Aber halt - jetzt muss ich mal in eigener Sache mit einem Vorurteil aufräumen: Ich habe nichts gegen das Klettern! Im Gegenteil, ich klettere eigentlich ganz gerne mal.
Leider mussten wir uns hier bereits von Christian verabschieden, der primär den Kurs mitgemacht hat und hier vor der Heimreise noch einmal die Finger in den Fels bohren wollte. Derartig aufgewärmt und vorgedehnt kamen dann auch die Paddler in und unter uns auf ihe Kosten und wir paddelten die Sanna. Das schiefe Eck und der Pianser Schwall stellten bei diesen Wasserständen keine wirkliche Schwierigkeiten dar. Am Dienstag abend sollte uns auch der Robert für etwa 28 Stunden aus berufliche Gründen verlassen. Damit er auch ja nicht den Flieger verpasst, haben wir uns für die Befahrung der Tösener Schlucht des Inn entschieden. Derartig dezimiert erwies sich das Paddler - Kletterer Verhältnis als ausgesprochen ausgewogen, nämlich genau 1:1. Zum Glück handelte es sich hier um einen paddelnden Kletterer und einen dem Klettern nicht abgeneigten Paddler, so dass das Programm des Tages bald feststand. Als Einstieg stand wieder die Sanna auf der Agenda und am Nachmittag wollten wir einen Klettersteig in Angriff nehmen.
Nach der ersten Runde auf der Sanna hatte sich auch die Sonne endlich bequemt, uns mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Dies führte promt dazu, dass Michael seine Wohnwagenausbauzeitpläne dem Wetter anpasste und spontan noch eine Runde paddeln wollte. Also, getreu dem Motto "second run - double fun" fuhren Michael und Rene die Strecke noch einmal. Nun war aber auch endlich Zeit, etwas Luft unter den Hintern zu bekommen. Die richtige Location hierfür ist der Reinhard-Schiestl-Klettersteig in Längenfeld. Über eine durchgehend gut gesicherte Route geht es gut 200 Meter hinauf nach Burgstein, wo man plötzlich mitten auf einer Almwiese steht. Der Kontrast ist schon recht witzig - eben noch hing man hoch über der Strasse und schon steht man mitten in saftigen Grass.
Am Donnerstag war auch der Robert wieder da und es stand die Befahrung der Giarsun Schlucht des Inn im Engadin auf dem Programm. Mit Michael hatten wir einen kompetenten Guide dabei, der den Bach wahrscheinlich besser kennt, als ich meine Hosentasche. Er kannte nicht nur die knackigen Stellen der Schlucht, sondern servierte auch nette Geschichten aus der Paddelvergangenheit. Der Pegel des Inn in Tarasp zeigte für diesen Tag 15 Kubik an und so zeigte der Inn sich friedlich. Die interessanten Stellen wie die Preussenschleuder und diverse kleine Stufen waren das Salz in der Suppe und luden zum Filmen ein.
Der Freitag wartete wieder mit einem interdisziplinären Programm auf. Wir wollten die untere Ötztaler Ache befahren, nicht ohne jedoch auf etwas höhere Wasserstände am Nachmittag zu hoffen. Die Zeit bis dahin vertrieben wir uns beim Klettern. Bei Tumpen im Ötztal gibt es einen kleinen Klettergarten mit dem ansprechenden Namen Engelswand. Bei bestem Wetter und der Hoffnung auf gutes Wasser für den Nachmittag kletterten wir dort zwei bis drei Routen. Die Befahrung der unteren Ötz war recht kurzweilig und wurde durch schöne Schwälle und kleine Löcher gewürzt. Auch das letzte Stück in der Imster Schlucht auf dem Inn war Spass pur, da hier sehr schöne Wellen standen. Schade nur, dass die Creeker hier wie die Schlachtschiffe durchgebraten sind.
Der Samstag stellte paddeltechnisch das Highlight der Tour dar. Zum Warmpaddeln gaben wir uns noch einmal die Giarsun Schlucht und direkt im Anschluss paddelten wir die Ardezer Schlucht des Inn. Bei dieser Fahrt waren Christine, Michael, Robert, Burkhard und Rene dabei. Die netten Stellen der Giarsun kannten wir ja bereits, so dass wir locker durchfahren konnten. Aufgrund einer versauten Videoaufnahme bei der ersten Befahrung, wurde diese direkt nachgeholt.
In der Ardezer Schlucht ging es direkt gut zur Sache, was die Befahrung zu einem kurzweiligen Vergnügen werden liess. Den Bockschlitz haben wir umtragen - eine elende Schinderei. Doch die nachfolgenden Stellen des Baches entschädigten für alles. Bald kam auch der Himmelsgucker in Sicht und Michael erklärte uns den Ursprung des Namens. Hiermit möchte ich einmal meinen Respekt für die Paddler aussprechen, die solche Bäche früher mit 4-Meter Booten gefahren sind. Eigentlich müsste man so etwas glatt heute noch einmal probieren. Die folgenden Bilder zeigen hoffentlich, dass wir jede Menge Spaß hatten und ein jeder von uns hoffentlich auf seine Kosten gekommen ist.
Nach dieser Tour ist Rene nach Hause gefahren und Robert und Burkhard waren noch ein wenig klettern. Ich hoffe, die Tour hat allen Beteiligten ebenso viel Spaß gemacht wie mir. Hier noch mal meine wichtigsten Erkenntnisse in Kürze:
Vielen Dank noch einmal an Christine, Michael, Christian, Burkhard und Robert für die tolle Woche! |